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Schlösser, Türme und Bauernhöfe

Castel del Monte Wohin auch immer Sie in Apulien gehen, wird es Ihnen nicht schwer fallen ein Schloss zu sehen. Oder wenn Sie an einem der Panoramaaussichtspunkte der Region stehen dann werden Sie sicher mehrere Verteidigungstürme sehen. Am Land, zwischen Wegen, im Schatten der jahrhundertalten Olivenbäume, verbergen sich Orte, die von den Mühen der Bauern erzählen, die Bauernhöfe: Schlösser, Türme und Bauernhöfe stellen den lebenden Sinn dar; die Geschichte ist viel stärker als das Land: die Verteidigung gegen die Überfälle, die Streifzüge gegenüber den Raubüberfällen auf die Völker, die von weit her kamen, vom himmelblauen Meer, das in Richtung Osten geht.

Barletta In Apulien gibt es wirklich viele Schlösser, und Ihr Ausflug, diese Schlösser zu besichtigen, muss unbedingt in Andria (Ba) beginnen: Castel del Monte.
Es wurde von der Unesco im Jahr 1996 als Kulturgut der Menschheit erklärt, erbaut von Friedrich II von Hohenstaufen oder Puer Apuliae, Sohn von Apulien, wie sich der eklektische Kaiser, welcher Liebhaber dieses Landes war, nennen liess. Es ist eigenartig, aber der Ausflug der Schlösser beginnt an einem Gebäude, welches, um die Wahrheit zu sagen, nicht aussieht wie ein Schloss. Schon seit Jahren versuchen Historiker dieses Mysterium, welches dieses Schloss in sich trägt, zu erklären. Es handelt sich auf keinen Fall um einen militärischen Verteidigungsplatz: es ist viel zu „offen“ Verteidigungsmöglichkeiten wie zum Beispiel den Verteidigungsgraben gibt es nicht. Warum diese oktogonale Form? Überdies: beinhaltet es mysteriöse Inschriften, Mosaiken, und die Wahl eines so abgelegenen Ortes. Es gibt verschiedene Hypothesen: es gibt Historiker die meinen, dass es sich um einen Tempel handelt; andere behaupten, dass dieses Schloss von Tempelherren bewohnt wurde, die Kriegsmönche, Schutzpatrone des Heiligen Grabmales; andere wiederrum meinen, dass das Schloss erbaut wurde, um den Graal dort aufzubewahren, welchen der König während eines Kreuzzuges in das Heilige Land im Jahr 1227-1229 erobert hatte.
Die Reise kann nun entweder ins Innenland oder ans Meer gehen, auf jeden Fall werden Sie Schlösser zum Besichtigen finden, vielleicht können Sie bei einen der kulturellen Veranstaltungen beiwohnen, die oft in den Schlössern veranstaltet werden, oder bei einer Ausstellung, Theaterstücke oder Konzerte teilnehmen. Es handelt sich hierbei um das Schloss von Bari oder von Barletta, sehr strategievolle Plätze von denen die Kreuzzüge in Richtung des Heiligen Landes begannen, welche Schauplatz der bekannten “Herausforderungen“ waren und Stadt, welche Geburtsort des bekannten Malers Giuseppe de Nittis war. Ein von Friedrich II sehr beliebtes Schloss war das in Gioia del Colle; hier kam der blonde Manfredi, Sohn von Bianca Lancia zur Welt, die heissgeliebte Frau und Konkubine des Friedrich II.
Die Reise könnte noch lange andauern: das Schloss von Bovino (Foggia), wo Toquato Tasso zu Hause war; das Schloss von Monte Sant’Angelo (Foggia), mit dem imposanten Turm der Riesen, welcher über ein unterliegendes Tal, wie ein Adler überragt: und dann das Schloss von Conversano (Bari), das Schloss von Oria, von Ceglie Messapica, von Francavilla Fontana, von Nardò, von Lecce, von Massacra. Von den Schlössern entlang der Küste sind die wichtigsten: das Schloss von Trani, eines der schönsten Beispiele der schwäbischen Architektur; das Schloss von Otranto, mit den zylinderförmigen Türmen, von denen sich mehrere Kanoniere öffnen; das Schloss von Taranto, ein weiteres Schloss am Meer aus der aragonischen Epoche.

Wenn die Schlösser, ausser dem Verteidigungszweck auch wegen selbstfeiernden Zweck erbaut wurden, dann hatten die Türme nur den Grund sich gegen die Überfälle und den ständigen Gefahren die vom Meer kamen zu stellen, entweder von den sarazenischen Piraten oder den gegenüberliegenden Ländern wie Dalmatien und Albanien und auch der griechischen Inseln, oder den Flotten des Sublimen Tores. Eine lange Reihe von Verteidigungstürmen wurde von den Aragoniern und später von den Spaniern errichtet. Zwischen dem Jahr 1560 und 1570 wurden 339 Türme im Süden aufgebaut: 80 in den Bezirken von Otranto und 16 in Bari. Es ist deshalb noch lange nicht die Anzahl, die in dem Bereich um Foggia errichtet wurden, es waren ungefähr 25. Die Türme, einige zylinderförmig, wurden nur als Beobachtungstürme verwendet, die rechteckigen hatten Verteidigungsaufgaben, heute noch kann man entlang der Küste des Gargano bis zum Salento und Taranto diese Türme besichtigen.

Die Bauernhöfe, so wie die Schlösser und die Türme, wurden von den Bevölkerungen als Verteidigungszwecken erbaut, um sich vor allen von den sarazenischen Piraten zu schützen. Die Haupteigenschaft dieser Häuser war es eine unabhängige Landwirtschaft zu haben: die Einwohner konnten sich deshalb ruhig darin einsperren und dort lange Zeit leben, da sie den Produkte des Landes und der Schafzucht lange überleben konnten. Diese Bauernhöfe wurden mit grossen Tuffsteinmauern erbaut, ein typischer Stein dieses Gebietes und wurden auf zwei Etagen erbaut: die zweite Etage war dem Inhaber oder dem Verantwortlichen des landwirtschaftlichen Betriebes vorbehalten, welcher “massaro” genannt wurde; das Erdgeschoss bewohnten die Bauern und die Knechtschaft. Heute nach Jahrhunderten haben diese Bauernhöfe noch immer diese besondere Eigenschaft und stellen Getreide, Öl, Käse, Wurstwaren, in einem Ort wie damals, her. Andere wurden zu eleganten Hotelstrukturen umgebaut, wo man das Zeitgefühl verlieren kann, zwischen irrealer Stille der umliegenden Landschaft, einer Massage, einem Besuch im Schwimmbad oder einem unvergesslichen Abendessen im Kerzenschein. Es gibt jedoch auch viele verwahrloste Bauernhöfe die jedoch ihr historisches und architektonisches Interesse bewahren.

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